Videoworkshop

Der Umgang mit Zeit und Raum

Die Kunst des Weglassens bestimmt den Umgang mit dem Zeit- und Ortswechsel, denn längere Einstellungen werden im Videofilm nur selten in Echtzeit und damit in voller Länge aufgenommen und ebenso lange vorgeführt. Schließlich soll die Handlung voran gebracht werden und dazu gehört die Konzentration auf das Wesentliche. Nur so können Sie erreichen, daß der Zuschauer die von Ihnen gewünschte Aussage versteht. Außerdem besteht eine Reportage, ein Reisevideo und ebenso der Familienfilm immer aus mehreren, an verschiedenen Schauplätzen gedrehten Sequenzen mit jeweils eigenen Handlungen und einem unterschiedlichen Bildaufbau. Zum  Verständnis trägt bei, wenn diese Wechsel auch optisch ausgedrückt werden. Nun könnte man annehmen, daß der harte Schnitt bereits ausreicht. Doch dieser verbindet in der Regel die Einstellungen innerhalb einer Szenenfolge. Deshalb sind unauffällige Verbindungen gefragt und so benutzen Sie Gestaltungsmittel, mit denen Sie die Zeit verkürzen und den Ort des Geschehens bequem wechseln können.

Sie kennen das Beispiel vom Urlaubsbeginn mit den folgenden Szenen: Koffer packen, Koffer nach draußen vors Auto stellen, alle Koffer im Kofferraum verstauen, die Familie steigt ein und fährt los. Eine Aktion, die sich in Echtzeit über mehrere Stunden des Tages hinziehen kann. Deshalb muß gekürzt werden und so picken Sie sich die wesentlichen Details heraus.

Den Ortswechsel können Sie mit der Abblende nach dem Verschwinden des Autos hinter der Straßenbiegung und einer Aufblende, als das Auto am Zielort auf Sie zukommt, beginnen. Eine Ab-/Aufblende, die mit der Fadetaste am Camcorder durchgeführt wird, ist allerdings ein deutlicher Eingriff in die Bildgestaltung. Vor allem dann, wenn es sich um eine Schwarzblende handelt. Deshalb wird der Zuschauer vermuten, daß auch ein Tageswechsel stattgefunden hat und die Familie erst am nächsten Tag ihr Ziel erreicht hat. Merke: Mit der Schwarzblende signalisieren Sie dem Zuschauer den Wechsel zum nächsten oder zu einem späteren Tag und damit einen großen Zeitsprung oder einen deutlichen Ortswechsel.

Sie können die Übergänge aber auch mit der Überblendung zeitlich verkürzen. Es gibt einige Camcorder, die frieren auf Tastendruck das letzte Bild der Szene im digitalen Speicher ein und blenden die nächste Laufbildszene darüber. Die so entstandene weiche Überblendung ist die sanfte Art, zwei Szenen miteinander zu verbinden und damit die reale Zeit in eine filmisch verkürzte Zeit umzuwandeln. Kann Ihr Camcorder dies nicht oder Sie montieren erst beim Videoschnitt die Szenen aneinander, die Sie weich überblendet haben möchten, dann können Sie dafür eine der zahlreichen digitalen Übergänge nutzen. Begriffe wie gleiten, strecken, rollen, rotieren und schälen werden Ihnen aus der Arbeit mit Premiere, MediaStudio, VideoStudio oder Casablanca bekannt sein. Diese digital erzeugten Übergänge verlängern zwar die Berechnung des endgültigen Videos am PC erheblich, sind aber - wenn sie zum Inhalt des Videos passen - dann eine elegante Lösung.

(c) Wilfried Strauß

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