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Der richtige Bildaufbau

Während man in der Fotografie jedes Bild beliebig lange betrachten und interpretieren kann, ist eine Videoszene nur von relativ kurzer Dauer. Viel Zeit für die Bilderkennung bleibt da nicht und so kommt dem klaren Bildaufbau eine besondere Bedeutung zu. Ist im Bild viel zu sehen, so wandert das Auge des Betrachters umher, versucht alles zu erfassen und herauszufinden, was der Kameramann mit der Einstellung ausdrücken wollte. Kann er das nicht erkennen, so ist er irritiert und kann bzw. will dem Handlungsablauf nicht mehr folgen.

Die Ursachen für eine derartige Bildüberladung lassen sich auf zwei wesentliche Faktoren reduzieren. Entweder es wurden im Bildraum zu viele Details angeordnet oder das Hauptmotiv wurde derart ungünstig vor dem Hintergrund platziert, dass es nicht richtig zur Geltung kommt. Deshalb muss man auch einen Blick hinter das Motiv werfen und dabei die Augen im Sucher rund um den Bildausschnitt wandern lassen. Dann kann man sicher sein, dass nichts den Bildaufbau stört

Und so kommt der Platzierung von Hauptmotiv und Hintergrund eine besondere Bedeutung zu, die sich am besten mit der Wahl des geeigneten Kamerastandpunktes und der bestmöglichen Objektivbrennweite charakterisieren lässt. Den richtigen Blickwinkel findet man, indem man das Motiv vor der Aufnahme umwandert, soweit dies möglich ist, und dabei auf die Wirkung von Motiv und Hintergrund achtet. Oft genügen schon ein paar Schritte zur Seite und schon zeigt sich das Motiv in einem anderen Blickwinkel. Auch die Höhe des Kamerastandpunktes kann der Kameramann variieren. Es kommt im Einzelfall immer darauf an, ob er das Motiv in eine Beziehung zum Hintergrund setzen will um so die Tiefe und die Distanz auszudrücken oder ob der Hintergrund lediglich Beiwerk ist, der stört und deshalb ausgeblendet werden soll.

(c) Wilfried Strauß

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